Grundkompetenzen zuerst, Französisch später

Die Schwyzer FDP-Fraktion will in der Primarschule den Fokus klar auf die Grundkompetenzen legen. Französisch soll erst auf der Oberstufe unterrichtet werden. Zudem setzen sich die Liberalen für eine aktive Strategie zur Förderung von Stiftungen im Kanton Schwyz ein. In der Familienpolitik lehnt die FDP Ansätze ab, die bestehende Strukturen unterlaufen und keine gezielte Unterstützung für Familien gewährleisten.

Die Mehrsprachigkeit gehört zur Identität der Schweiz. Auch das Erlernen einer zweiten Landessprache ist ein fester Bestandteil der schulischen Ausbildung. Umstritten ist jedoch der Zeitpunkt. «Der frühe Fremdsprachenunterricht auf Primarstufe bringt oft nicht die gewünschten Resultate“, stellt FDP-Kantonsrätin Julia Cotti (Wangen) fest. Viele Kinder lernen gleichzeitig mehrere Fremdsprachen. Die Folge: Defizite in der Erstsprache Deutsch und anderen Basiskompetenzen nehmen zu. Die FDP spricht sich deshalb dafür aus, den Französischunterricht auf die Oberstufe (Sekundarstufe 1) zu verschieben. Auch eine breite Mehrheit der Schulakteure unterstützt diesen Ansatz. „Drei Viertel der Befragten sprechen sich für eine Verschiebung aus“, hält Cotti fest. Auch die FDP-Fraktion ist überzeugt, dass dieser Schritt die Lernqualität erhöht und die Schülerinnen und Schüler in der Erstsprache sowie in den Grundkompetenzen stärkt.

Integrative Schule stösst an Grenzen
Integration an der Schule ist erstrebenswert, aber Inklusion um jeden Preis ist nicht zielführend. In der Praxis zeigt sich, dass das heutige Modell die Schulen vor wachsende Herausforderungen stellt. «Die integrative Förderung stösst dort an ihre Grenzen, wo sie Lehrpersonen überlastet und den Unterricht für alle erschwert», hält Julia Cotti fest. Die FDP anerkennt, dass das Postulat P 19/25 zur integrativen Förderung an der Volksschule wichtige Fragen aufwirft. Sie unterstützt das Postulat jedoch nur teilweise, da nicht alle darin formulierten Forderungen geteilt werden. Für die FDP ist klar: Integrative Förderung darf kein Selbstzweck sein. Gefragt sind pragmatische Lösungen, welche die Bildungsqualität sichern und damit den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler gerecht werden.

Stiftungsstandort Schwyz stärken
Stiftungen sind ein wichtiger Motor für Bildung, Wissenschaft, Kultur und soziales Engagement. Die schweizweit rund 14’000 Stiftungen mit einem Vermögen von etwa 140 Milliarden Franken spielen eine zentrale gesellschaftliche Rolle. Der Kanton Schwyz hinkt jedoch im nationalen Vergleich hinterher. Bei der Stiftungsdichte liegt er am hinteren Ende, eine aktive Ansiedlungsstrategie fehlt bis heute. «Der Kanton lässt hier grosses Potenzial liegen», kritisiert FDP-Kantonsrat Thomas Grieder (Wollerau). Mit einem Postulat fordert Grieder gemeinsam mit sieben Mitunterzeichnern, dass der Kanton endlich handelt. Schwyz soll eine klare Strategie entwickeln, um Stiftungen anzuziehen und attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen. Kernstück ist eine Reform der Steuerpraxis. Auch der Regierungsrat anerkennt inzwischen den Handlungsbedarf zur Stärkung des hiesigen Stiftungsstandortes. Die FDP-Fraktion sieht dies einstimmig auch so.

Falsche Ansätze in der Familienpolitik
Das Postulat P 15/25 fordert eine umfassende Überprüfung und Neuregelung der Unterstützungsmassnahmen für Familien. Die FDP-Fraktion teilt zwar das Anliegen, Familien gezielt zu unterstützen, erachtet den im Vorstoss vorgeschlagenen Ansatz einer Bündelung von Familienleistungen jedoch als verfehlt. «Pauschale Modelle werden den unterschiedlichen Lebensrealitäten von Familien nicht gerecht», hält FDP-Kantonsrat Pirmin Geisser (Brunnen) fest. Zentrale Instrumente wie Familienzulagen, die individuelle Prämienverbilligung oder Stipendien sind bundesrechtlich geregelt und können nicht auf kantonaler Ebene aufgehoben oder ersetzt werden. Eine Pauschalisierung würde zudem das bewährte Bedarfsprinzip unterlaufen und die gezielte Unterstützung einkommensschwächerer Familien aushebeln. Die FDP lehnt das Postulat einstimmig ab. Ebenso sprechen sich die Liberalen geschlossen gegen die Motion M 15/25 «Familien stärken mit einer Steuergutschrift» aus. Familien und Alleinerziehende mit Kindern werden bereits heute vom Kanton steuerlich deutlich entlastet und profitieren ab 2026 durch erhöhte kinderbezogene Abzüge noch stärker.

Weitere Geschäfte
Zu den weiteren Vorstössen an der bevorstehenden Kantonsratssitzung nimmt die FDP wie folgt Stellung.

Mehrheitlich unterstützt werden:

  • Postulat P 14/25: Lehrbetriebe im Kanton Schwyz stärken – gezielte finanzielle Unterstützung für die duale Berufsbildung
  • Postulat P 12/25: Sprachkonflikte in der Volksschule reduzieren!

 

Abgelehnt werden:

  • Postulat P 13/25: Unsichtbare Gefahr - Belastung mit Mikroplastik untersuchen!
  • Postulat P 18/25: Abwasser- und Phosphoreintrag in Schwyzer Seen durch das Abwassersystem

 

FDP.Die Liberalen Kanton Schwyz